|
|
|
Geschichte
Heiligenkreuz i.L. kann auf ein hohes Alter zurückblicken. Bereits 1157 wurde auf diese Siedlung, die
an der Römerstraße lag, hingewiesen.
Urkundlich scheint der Ortsname zum ersten Mal 1428 mit der
Bezeichnung "Kerezthur" (Kreuzherr) auf. Der Ort erhielt nach mündlicher Überlieferung seinen
Namen
von einem Eichenkreuz, welches die ersten Siedler (Bayern und Schwaben) an der Stelle der heutigen
katholischen Kirche errichtet haben.
Heiligenkreuz i.L. blieb auch früher von Schicksalsschlägen nicht
verschont. 1824 und 1917 wüteten Großbrände und zerstörten Großteile des Ortes. Vor 400 Jahren
wütete
die Pest in Heiligenkreuz i.L. (eine alte Sage berichtet von dieser Heimsuchung). Nach dem Ende des ersten
Weltkrieges herrschte in fast allen
Kreisen der Bevölkerung unseres Gebietes die Bestrebung für den
Anschluss der deutschsprachigen Gebiete West-Ungarns an Österreich. Einer der eifrigsten
Vertreter
dieser Idee war der Mühlenbesitzer Karl Wollinger aus Heiligenkreuz. Er bereiste die Orte des Lafnitztales
und gewann die Bewohner für den
Anschlussgedanken. Am 29. August 1921 sollte das Burgenland an
Österreich übergeben werden. Österreichische Gendarmerie- und Zollwachebeamte marschierten
in
Heiligenkreuz i.L. ein. In der folgenden Nacht wurden sie von ungarischen Freischärlern überfallen
und nach St. Gotthard eskortiert. Darauf blieb das Gebiet drei
Monate lang von Freischärlern besetzt.
Der endgültige Anschluss erfolgte am 28. November 1921. Besonders großes Unheil brachte der 2. Weltkrieg.
Ende März
1945 standen die Russischen Truppen am Ortseingang. Sechsmal wechselte das Dorf während
der Kampfhandlungen den Besitzer. Der Kampf währte 10 Tage.
Heiligenkreuz i.L. wurde zu 75 % zerstört
und war somit der schwerstbetroffenste Ort des Burgenlandes. Die leidgeprüfte Bevölkerung machte
sich nach Kriegsende
sofort an den Wiederaufbau der Gemeinde und bald waren die ärgsten Schäden
behoben. Im Jahre 1969 konnte in Heiligenkreuz i.L. das letzte kriegszerstörte
Haus wieder aufgebaut
werden. An dieser Stelle wurde das neue Amtshaus mit Kindergarten errichtet. 1966 wurde mit der Verschönerung
des Ortsbildes
begonnen. 1969 und 1970 errang der Ort in dem von der Bgld. Landesregierung durchgeführten
Blumenschmuckwettbewerb den 1. Preis. Im Rahmen der
Gemeindezusammenlegung im Burgenland
wurden am Jänner 1971 Poppendorf i.B. und Heiligenkreuz i.L. zur Gemeinde Heiligenkreuz i.L. vereinigt.
Auf Grund einer Verordnung
der Bgld. Landesregierung wurde im Jahre 1971 der Gemeinde das Recht
zur Führung der Bezeichnung "Marktgemeinde" verliehen. Dies darf als Beweis für die
Anerkennung
der Aufbauleistungen angesehen werden.
|